Ultra Athlet

Train Smart.  Race Hard.



12-13.09.2015 24h Lauf Dudenhofen


Seit 1981 findet nun schon in Dudenhofen der 24h Lauf statt. Daher kann man denke ich zurecht schon von einem Klassiker in der Ultralauf-Szene sprechen. Organisator ist der Verein „Gemeinsam mit Behinderten e.V“, und so steht neben der sportlichen Leistung der gute Zweck im Vordergrund. Daher gehen alle Spenden die dort zusammenkommen 100% dem guten Zweck zu.
Das Spenden funktioniert dabei ganz einfach und es gibt mannigfaltige Möglichkeiten sein Geld einzusetzen. Man geht einfach zum Info Zelt und sagt für welchen Zweck man wieviel Spenden möchte. Dabei kann man für ein Team spenden, oder für die Orga, für eine Band, oder einfach nur so. Man kann Rundenbasiert spenden, oder für eine bestimmte Zeitperiode oder mit einer Einmalsumme. Man kann seine Spende auch an Bedingungen knüpfen. Alles was nicht gegen die guten Sitten verstößt ist hierbei erlaubt.
Hier mal einige Beispiele:

  • Summe X für das Team Y in der Zeit von 12-14 Runde für alle Runden die in dieser Zeit erlaufen werden.
  • Summe X für das Team Y wenn XY eine Runde in einem bestimmten Kostüm läuft
  • Summe X für das Team Y wenn die Männer eine Runde mit freiem Oberkörper laufen
  • Und so weiter und so fort.

Hauptsache man spendet fleißig! :-)

Die meisten Läufer starten in Dudenhofen als Team, welches jeweils aus 10 Athleten besteht, und kämpfen dann um die meisten Kilometer. Allerdings gibt es auch einige Einzelstarter, die im Alleingang versuchen in den 24 Stunden möglichst viele Kilometer zurückzulegen.

Für mich war es nach 2013 und 2014 die dritte Teilnahme an dieser Veranstaltung als Einzelläufer. Dabei konnte ich bisher immer die 100 km Marke knacken. Dieses Jahr sollten es sogar noch etwas mehr werden, aber hierzu später mehr.

Mit Nadin und David hatte ich dieses Jahr 2 Supporter, die sich während der 24h um mein leibliches Wohl und um die Motivation gekümmert haben. In den vergangen Jahren war das Team mit Mark Hohe-Dorst (ironmark) und Stefan Gnendiger (okashi-san) samt Betreuern sogar noch größer. Dieses Jahr konnten meine Freunde mir jedoch nicht Gesellschaft leisten, also musste ich da „alleine durch“.
Jedoch so ganz alleine waren wir auch nicht. Mittlerweile kennt man schon den Ein oder Anderen, was der Veranstaltung auch einen Familiären Charakter gibt. So fand dann mit eHygiene.de, Sportshop-Triathlon Team, Steilformat.de, Uwe Heinrich, Michael Liersch und der TG Schwanheim doch ein reger Austausch statt.

Ich muss gestehen, dass ich kein großer Freund von „Rundkursen“ bin. Die Natur, die Landschaft, die Gegend, gehören beim Laufen und gerade beim Ultralaufen für mich dazu. Diese Eindrücke fehlen wenn man auf einer 400 m Tartanbahn im Kreis läuft. Gerade nach dem Großglockner Trail dieses Jahr ist solch eine Monotone Fortbewegung doch sehr anstrengend für den Kopf.  Man kommt ja auch nicht wirklich „vom Fleck“, sondern landet nach 400m immer wieder dort wo man gestartet ist. Etwas wie ein Hamster im Laufrad.

Natürlich hat die Rundenlauferei auch seine Vorteile. Die Versorgung durch das Team ist einfacher. Man ist nie lange ohne Verpflegung oder muss Angst haben, dass einem das Wasser ausgeht. Spätestens nach einer Runde hat man wieder alles was man braucht. Außerdem ist die Strecke flach und eben. Ach ja und verlaufen fällt auch sehr schwer :-)

Kommen wir zu dem Event selbst. Das ganze beginnt Samstags ca. 2-3 Stunden vor dem Startschuss mit der Anreise, dem Aufbau des Zelts/Pavillions, und des „häuslichen Einrichtens“. Um 11:30h findet der Kinderlauf statt. Bis dahin sollte man fertig sein um dem Nachwuchs gebührend anzufeuern. Pünktlich um 12 Uhr ist dann Start. Ab da heißt es dann Runden- oder ggf. Kilometerzählen. Während die Teamläufer los sprinten, lassen es die Einzelläufer eher gemütlich angehen. Auch während der 24 h sind wir Einzelstarter meist gut daran zu erkennen, dass der Rest an uns vorbei rennt. Alles also etwas gemütlicher bei uns. Aber wir haben ja auch genug Zeit. ;-)
Für mich lief es von Beginn an ganz gut. Ich habe mich fit gefühlt und das Laufen ging locker vor sich hin. Um die Versorgung musste ich mir auch keinen Kopf machen. Meine zwei Supporter sind in der Hinsicht Profis mit viel Erfahrung und eingekauft hatte ich auch mehr als genug. Sogar eigentlich zu viel, denn im Verpflegungszelt des Veranstalters gab es reichlich. Hier muss ich auch mal ein dickes Lob aussprechen, die Verpflegung von Seiten des Veranstalters ist wirklich KLASSE! Es gab Momente da wäre ich am liebsten im Verpflegungszelt geblieben und hätte mich durch“gefressen“.

Bis ca. Kilometer 50 lief es rund, dann begann sich die rechte Wade zu verkrampfen. Ich hatte damit schon die Woche davor mal nach dem Training zu kämpfen, und hatte 3 Tage gebraucht bis es wieder „ok“ war. Scheinbar war es doch noch nicht richtig „kuriert“. Nach weiteren 10 km musste ich eine Pause einlegen. War sogar schon kurz davor aufzuhören. Nach einer kurzen Rast, etwas Essen und einer Massage, sowie „aufmunterten“ Sprüchen habe ich mich wieder auf den Weg gemacht. Erst mal nur mit gehen, dann leichter Trab und später dann wieder im Laufschritt. Richtig besser wurde es ab da nicht mehr, aber auch nicht schlimmer. Es ist schon seltsam wie man sich an einen gleichbleibenden Schmerz gewöhnen kann und so was dann „übergeht“. Nach gut 110 km reihte sich dann auch die linke Wade in den Zyklus mit ein. Auch ein Schuhwechsel brachte hier keine Besserung.
Ab km 120 war an ein konstantes Laufen nicht mehr  zu denken. Ich ging über in abwechselndes Gehen + Laufen. Später dann nur noch Gehen. Erst ziemlich am Ende brachte mich Michael Liersch (der Schlafwandler) dazu, dass ich die letzten km wieder mit dem Lauf begann. Er meinte ich sehe noch zu gut aus um zu gehen.
So kamen am Ende dann überraschend 406 Runden zusammen; umgerechnet also 162,4 km. Damit hätte ich vorher, sprich am Samstag, nie gerechnet.
Alles in allem somit eine sehr erfolgreiche Veranstaltung für mich.

Nach der Siegerehrung hieß es dann bei Regen noch schnell die Zelte abbauen und alles wieder ins Auto verladen.

Also dann bis 2016 in Dudenhofen bei der nächsten Ausgabe des 24h-Laufs



Noch eine Anmerkung zur „Bahn“: Was ich als sehr störend empfand waren die vielen kleinen Steinchen der Tartanbahn die einem fast in jeder Runde in die Schuhe flogen. Spätestens nach 10 Runden wurde es richtig unangenehm und die Blasengefahr wuchs erheblich. So musste ich in regelmäßigen Abständen eine kurze Pause einlegen um die Steinchen aus den Schuhen zu friemeln. Das kann schon nerven! Aber gehört halt dazu.