Ultra Athlet

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19.04.2015 13. Weiltalmarathon 2015


Der Sonntag begann wieder früh, wollte ich doch um 7:45 Uhr in Weilrod den Bus nach Arnoldshain bekommen. Mit dem Weiltalmarathon stand heute mein letzter Testlauf für den Rennsteig in 3 Wochen auf dem Programm.

Noch schnell meine Dosis Café und mein Frühstück in Form eines halben Haferflocken-Riegels, dann konnte es losgehen. Eine halbe Stunde Autofahrt lagen vor mir. Die Sonne war auch schon draußen allerdings mit 4°C war es hier im Taunus noch etwas „frisch“.
In Weilburg angekommen wurde ich schon als „Läufer“ geoutet und von den Parkanweisern von der Hauptstraße gelotst – woran die das wohl wieder gesehen haben!?


Der Parkplatz lag fußläufig ca. 300 m von der Bushaltestelle entfernt, und genau neben dem Festzelt. Näher ging es nicht. Mit Jacke und langen Trainingsklamotten ging es dann zum Bus, denn die Sachen konnte man ja beim Start in Kleiderbeutel zum Ziel transportieren lassen, und wie gesagt, es war noch etwas kühl für kurz.
Die Busfahrt war wenig spektakulär und nach ca. 45 Minuten waren wir am Start in Arnoldshain angekommen. Hier habe ich mir dann meine Startunterlagen abgeholt. Kurz danach traf ich auch das erste bekannte Gesicht in Form von Andy Dyrtz, der später in seiner AK den 1. Platz erreichen sollte. Begleitet wurde er von Gabi Kenkenberg, der späteren 3. Ihrer AK.
Getreu dem Motto lasst schnelle Läufer um mich sein machten wir uns an die Startvorbereitungen und gingen dann zur Startlinie. Etwas seltsam kam ich mir schon vor mit meinem vollgepackten Salomon Rucksack, aber für mich sollte es ja ein Trainingslauf sein und da gehört es dazu, die Chance zu nutzten, und sich wieder an das Laufen mit Laufrucksack zu gewöhnen. Andy, Gabi und ich waren uns einig es  heute langsam angehen zu lassen. Einfach mal loslaufen und schauen wie es sich entwickelt; keiner war auf eine PB aus, der Spaß am Laufen stand im Vordergrund. Und Gott hatte ein Einsehen und schenkte uns neben dem herrlichen Sonnenschein ab dem Start, mit ca. 10°C, auch angenehme Temperaturen.


Punkt 9:30 Uhr ging es mit einem lauten Schuss auf die Strecke.
Schön die ersten 500m  nur bergab. So kam man schnell auf Tempo – so viel zum Thema Einlaufen.

Die ersten 5 km begleitete mich Andy im tänzelnden Schritt. Nachdem ich mein Tempo gefunden hatte machte er sich, in seinem Tempo, auf und davon.  Durch meine Jahre im Taunus war mir die Strecke vertraut. Meist von Radtouren, Teilstücke bin ich aber auch bereits öfter gelaufen. Allerdings habe ich die Strecke noch nie komplett unter die Laufschuhe genommen. Das war heute die Prämiere. 
Die ersten 5 km bis kurz hinter Hunoldstal ging es meist bergab – bis auf ein kurzes Stück nach Dorfweil.  Nach besagtem Hunoldstal, kurz nach dem ersten Verpflegungspunk, kam dann aber auch gleich die längste und höchste Erhebung der Strecke. Die Läufer wurden hier direkt auf der komplett für den Verkehr gesperrten K742 den Hügel hinauf Hügel geführt, anstelle des parallel verlaufenden originalen Weiltalweges. Warum habe ich nicht verstanden, vlt. wäre die Strecke sonst länger gewesen!? Weiter oben ging es dann bei einem Abzweig wieder auf besagte Originalstrecke Richtung Altweilnau. Kurz vor Neuweilnau folgte schon die 2. Verpflegungsstelle des Tags. Das hieß hier hatten wir schon 10 km hinter uns gebracht. Bisher lief fast alles nach Plan. Mit einem 4:45er Schnitt war ich knapp 15sec schneller als geplant. Das System, langsam hoch und schnell runter hatte sich bewährt. Wie hatte mein Freund Markus Weißberg  mal zu mir gesagt: “runter musst du es laufen lassen“. Tja, und wer den PTL gefinisht hat, der muss es wissen ;-)


Alles war perfekt, wäre da nicht meine rechte Wade gewesen. Seit dem 6h Lauf in St Stein machte diese sich in unregelmäßigen Abständen unliebsam bemerkbar. Das Rätsel für die Ursache hatte ich bisher noch nicht gelöst. Bei einem 42km Lauf sind 10 km ziemlich früh für Krämpfe. Und klar war jetzt schon, besser wird es nicht werden….
Aber Wetter, Stimmung, Kondition, Spaß, alles war so gut – warum jetzt aufhören. Also Zähne zusammenbeißen, hoffen und weiterlaufen. Ablenkung, das war was ich jetzt brauchte. Und diese sollte bald folgen. Und zwar in Form von 2 Läufern (Steffen Löw & Michael Herzog) auf die ich kurz vor der Erbismühle „auflief“.  Ein Passant am Wegesrand lieferte das Stichwort für ein Gespräch.  OT: “Ab hier geht es nur noch bergab“. Witzig wenn kurz nach der nächsten Kurve eine, wenn auch nur kurze, Steigung folgt. Ab dem Zeitpunkt waren wir zu dritt unterwegs. Es passte, alle ungefähr auf +/- 4:45 min/km unterwegs; gleicher Schritt, gleiches Tempo –super! Wenn man sich unterhält geht die Zeit einfach schneller vorbei und somit auch die Kilometer. So ließen wir Neuweilnau mit seinem Schloss schnell hinter uns, und waren ruck zuck in Rod an der Weil. Erwähnen möchte ich allerdings noch ein kurzes aber ziemlich steiles Gefälle zwischen den Beiden Orten. Auf diese Gefahrenstelle wird extra durch ein Warnschild hingewiesen. Dieses sollte man beachten, denn diese ca. 16% Gefälle werden durch grobe Steine und eine schlechte Wegstrecke nicht gerade einfacher!
Aber zurück zu Rod an der Weil mit seinem bekannten Pfarrhaus. Hier fiel mir das weiterlaufen wirklich schwer. Wie verlockend war es doch der sich andauernd bemerkbar machenden Wade nachzugeben und hier auszusteigen. War ich hier doch nur ca. 4 km von meinem derzeitigen Wohnort entfernt…
Nein, raus aus dem Weicheimodus. Ich werde mir doch von so was den Lauf nicht kaputt machen lassen. Außerdem mein Auto steht ja in Weilburg und wartet dort auf mich. Also weiter….
..weiter ging es auf dem Weiltalweg nach Emmershausen. Danach auf einem sehr schönen Teilstück in einem Tal vorbei an der Runkelsteiner Mühle nach Winden.  Kurz vor Heinzenberg ging es mal wieder etwas bergauf. Da ist der Ortsname Programm.
Der nächste Verpflegungspunkt folgte in Weilmünster. Aber hier ging die Strecke meist flach oder leicht bergab. Immer weiter ging es durch das Tal entlang der Weil.
Das mit meiner Wade wurde immer schlimmer aber jetzt so kurz vor dem Ziel, was sollte noch passieren, wenn Muskel komplett zugehen würde, dann könnte ich auch nichts dagegen tun.
Meinen „Mitläufern“ ging es auch nicht viel besser , kurz hinter Freienfels  war jeder für sich. Zuletzt, so ca. 1,5 km vor dem Ziel trennte ich mich dann von Steffen und versuchte noch mal etwas anzuziehen.
Im Zielbereich waren dann auch wieder mehr Zuschauer und feuerten einen die letzten Meter an….


ZIEL; Medaille umhängen; …. Wo ist das alkoholfreie Bier....  :-)
Im Ziel wartete schon Andy auf mich, kurze Zeit nach mir kam auch Gabi ins Ziel und wir waren wieder komplett. Noch ein kurzes Schwätzchen mit meinen beiden Begleitern und dann zur Siegerehrung.
Insgesamt ein gelungener Tag, und trotz dem muskulären Ärgernis ein wirklich schöner dazu!
Am Ende war ich froh, dass der Parkplatz so nah am Ziel war :-)



Veranstaltungs Link => http://weiltalweg-landschaftsmarathon.de