Ultra Athlet

Train Smart.  Race Hard.



27.09.2015 42. Berlin Marathon


Kaiserwetter in Berlin....

Was für ein Start in den Marathontag, wenn durch das Fenster die ersten Sonnenstrahlen fallen und sich langsam ein blauer Himmel zeigt. Der Wettergott hatte jedenfalls schon mal ein Herz für Läufer & Zuschauer.

Also schnell noch ein Café und dazu ein Haferflockenriegel. Dann anziehen und von der Unterkunft in Berlin Mitte zum Start….

Als ich in die Nähe des Starbereichs am Tiergarten kam, war ich etwas erschlagen in Anbetracht der Menschenmassen. Ca. 40.000 Athleten, das ist schon eine Hausnummer.
Alleine der Zugang zum Startblock war eine „Erfahrung“. So viele Läufer drängten sich durch die „Gassen“.
Am Ende erreichte ich aber meinen zugewiesenen Bereich ca. 15min vor dem Start. Nach den obligatorischen Hinweisen, der Vorstellung der Top-Läufer erfolgte pünktlich um 09:00 der Startschuss durch den Oberbürgermeister von Berlin.
Nun setzte sich die Menge in Bewegung. Uhr drücken; Zeit starten -> Los.
Das erste Wahrzeichen ließ auch nicht lange auf sich warten und wir passieren die Siegessäule. Zum Glück stand uns hier die volle Straßenbreite zur Verfügung. So konnte sich das Feld etwas  „strecken“. Trotzdem für meinen Geschmack waren es zu viele Läufer und es blieb ja nicht dabei, dass man immer so viel Platz hatte.  So wurde es oft eng und ein Überholen mühsam.  
Die erste „Schleife“ ging durch Moabit, vorbei an der JVA. Dann wieder in Richtung Bundeskanzleramt und Reichstag. Weiter über die Torstraße Richtung Friedrichshain, vorbei am Fernsehturm zur Karl-Marx-Allee. Beim Kottbusser Tor hatten wir bereits km 15 passiert, und Neu-Kölln lag direkt vor uns. Über die Gneisenaustraße ging es durch Kreuzberg. Auch hier war gute Stimmung. Aus einem Haus drang Musik in einer solchen Lautstärke, da wäre manche Band neidisch gewesen. Im Stadtteil Schöneberg war dann der Halbzeit und die 21,1km Marke erreicht. Ich lag gut in der Zeit. Mein Ziel unter 3:30h zu bleiben war bisher nicht in Gefahr.  So hatte ich genug „Luft“ um beim Laufen auch etwas Sightseeing zu machen. In der Folge passierten wir das Rathaus Schöneberg und machten uns auf den Weg nach Steglitz. Bei km 30 hatten wir den Hohenzollerndamm erreicht. Hier kam zwar nicht der Mann mit dem Hammer aber so ganz „locker“ läuft man halt auch keinen Marathon und die Muskeln machten sich inzwischen schon bemerkbar. Trotzdem hatte ich mein Tempo seit km 21,1 etwas gesteigert und konnte das auch weiterhin halten. Das Ziel war ja nun auch „in greifbarer Nähe“. Die nächsten Kilometer ging es über den Kurfürstendamm, vorbei an der Kaiser Wilhelm Gedächtnis-Kirche und den Wittenberg Platz zum Potsdamer Platz bei km 38. Nun noch am Konzerthaus am Gendarmenmarkt vorbei, dann zwei 90°C Abbiegungen und wir hatten das Brandenburger Tor und somit das Ziel vor Augen. Ich muss sagen das war schon ein tolles Gefühl so auf das Brandenburger Tor zu, und dann, drunter durch zu laufen. Die Zuschauer waren links und rechts der Strecke dicht gedrängt und die Stimmung super. Dazu beflügelten die letzten 200m noch die Musik aus den Boxen meine Schritte und ich flog sprichwörtlich durchs Ziel. J

Im Ziel traf ich zufällig auch noch Annabell aus meinem Team, die kurz vor mir eingelaufen war. Zusammen holten wir uns unsere verdiente Medaille und etwas Gescheites zu trinken, sprich ein Erdinger Alkoholfrei.


Als Resümee bleibt, die Strecke kann man gut und gern als flach bezeichnen und sie ist sicher auch Bestzeitenfähig. Wenn man denn gut durch „den Verkehr“ kommt. Was ich teilweise als schwierig empfand, aber da ich auch nicht auf Bestzeitenjagd war gut verschmerzen konnte.
Ansonsten herrscht eine grandiose Stimmung, es gibt am Streckenrand viel zu sehen und der Zieleinlauf durch das Brandenburger-Tor sorgt für Gänsehautstimmung.
Ich kann daher jedem Marathon Läufer empfehlen 1x im Leben auch den Berlin Marathon mit zu machen.