Ultra Athlet

Train Hard. Race Harder. Enjoy Hardest.



Lapierre XR 729 (MJ 2016) e:i Shock













Bei den Biketesttagen von Lapierrein in Stefan’s Bikeschmiede hatte ich die Gelegenheit das aktuelle 729 e:i Shock aus der Cross Country Reihe mal genauer unter die Lupe zu nehmen und auf einer meiner alten Hausstrecken im Spessart zu testen.

Also Sattel auf mich einstellen und los Richtung Johannesberg und Rückersbacherschlucht. Da der Grip von einem Rad nicht minder von der Bereifung abhängt, war das Rad mit den Rocket Ron von Schwalbe bestückt. Im Allgemeinen ein guter Allrounder. Da aber die Wege derzeit durch die Traktoren und den Holztransport teilweise ziemlich übel und schlammig sind, war der Reifen an den Stellen etwas überfordert.

Nun aber zum Rad. Allen 29nern kommt ein fast stoischer Geradeauslauf und eine gute Dämpfung zugute. Das ist hier nicht anders. Oft fragt man sich ob es überhaupt ein Fully sein muss und ob nicht doch ein Hardtail ausreicht. Aber das ist bekanntlich Geschmackssache und auch eine Frage des jeweiligen Einsatzgebietes für so ein MTB.
Eine tolle Sache ist auf jedenfall die Elektronische Federung des e:i Schock. Diese kennt 3 Modi: Offen, Medium und locked. Das System passt sich normalerweise automatisch den Geländebedingungen an. Man kann die Einstellung aber auch manuell festlegen. Das System soll im auto Modus eine Reaktionszeit von 0,1 Sekunden haben. 3 Sensoren messen dabei den Zustand, 2 in den Federgabeln und eine im Tretlager.  Die meiste Zeit hat es für mich gut funktioniert. Es gab aber auch die ein oder andere Situation, wo es für mich das „falsche Setup“ für den jeweiligen Moment war, und ich mit der Manuellen Einstellung besser gefahren wäre.

Die Beurteilung hierzu ist etwas Zwiespältig. Es als „Spielerei“ abzutun würde der Sache nicht gerecht. Vor allem auf unbekannten Geläuf ist es eine angenehme Geschichte; einfach die Automatik machen lassen und sich auf das wesentliche, nämlich das Fahren, konzentrieren.

Wenn ich allerdings weiß das ich jetzt Berghoch in den Wiegetritt gehe, dann kann ich die Federung auch manuell locken. Und wenn ich in den Downhill gehe, möchte ich maximale Federung, also mache ich diese auf.  Das ist kein Hexenwerk; hierzu reicht mir ein Schalter am Lenker.

Apropos Lenker, dieser war mir bei dem Rad viel zu breit. Ich dachte ich sitze auf 'ner Harley und cruise durch die Landschaft. Bei einigen schmalen Trails die ich kenne und bei wegen durch Unterholz hätte ich Angst das ich seitlich mal hängen bleibe und es mir den Lenker verreißt. Aber das ist wohl dem Cross Country System geschuldet…..

Die 11-fach Kassette auf dem einen Kettenblatt wäre mir auch zu wenig. Zwei dürften es schon sein. Bergauf hatte ich damit kein Problem, es gab auf der Tour keine Steigung die ich mit dieser Übersetzung nicht hochgekommen wäre. Aber im Flachen und Bergab habe ich entsprechende Gänge schmerzlich vermisst. Hier verschenkt man wertvolle Meter und Zeit, wenn man Buchstäblich ins Leere tritt.

Auch hätte das Rad für mich etwas spitzer und wendiger sein können. Ich weiß der größere Radumfang beim 29ner ist halt in der Richtung nicht so „leichtfüßig“ wie ein 26er aber es geht auch besser. Was Lapierre bei den Racemodellen zeigt.

Im Großen und Ganzen ist mein Fazit aber sehr positiv. Das  ist ein – dem „Gesamtpaket“ betreffend – leichtes und funktionelles Cross Country MTB, mit einem großen Einsatzgebiet. Es hat keine großen Schwächen und damit über die Hügel und Forstwege zu fahren macht richtig.

Wie vielen Dingen ist es aber immer nötig es selbst zu testen. Gerade deshalb sind solche Testevents eine tolle Sache! 

Daher DANKE an LAPIERRE und an STEFAN’S BIKESCHMIEDE für diese Möglichkeit!